Wabenhonig in der Praxis

Du willst hochwertigen Wabenhonig produzieren?

Hier findest du fundierte Praxistipps, erprobte Anleitungen und echte Erfahrungswerte – direkt aus der Imkerei. Ob Aufbau der Rähmchen, Startbedingungen im Honigraum oder Tricks für einen sauberen Ausbau: Dieser Bereich unterstützt dich dabei, dein Bienenvolk bestmöglich zu begleiten und natürliche Prozesse gezielt zu fördern.

Anfangsstreifen – Orientierung für den Wabenbau

Damit die Bienen die Waben gerade und gleichmäßig ausbauen, empfehlen wir, in die Wabenhonigrähmchen sogenannte Anfangsstreifen einzusetzen. Dazu werden Mittelwände (idealerweise aus eigenem Wachs) so zugeschnitten, dass sie in die vorgesehenen Schlitze passen. Meist genügt das Einstecken – wer mag, kann zusätzlich mit etwas flüssigem Wachs fixieren.

Für alle, die auf Wachs verzichten möchten (z. B. Schweizer Imker):

Eine bewährte Alternative sind Anfangsstreifen aus Holz. Diese können selbst zugeschnitten oder bei Bienen-Janisch bestellt werden. Sie werden ebenfalls in die Schlitze eingesetzt und mit flüssigem Wachs bestrichen, um eine klare Bauvorgabe zu geben.

Das Ergebnis: sauber ausgebaute Rähmchen – ideal für die spätere Vermarktung als Premiumprodukt (z. B. ca. 15 € pro Rähmchen).

Ausbau im Honigraum – so gelingt der Start

Die Wabenhonigproduktion ist ein fein abgestimmtes Handwerk. Der Ausbau der Rähmchen durch die Bienen ist stark von Tracht, Temperatur, Bienenmasse und Standort abhängig. Wichtig ist, die Bienen in ihrer Bautätigkeit zu lenken, ohne sie zu überfordern.

Was hilft beim Start?

Lockrähmchen oder Lockkassetten: Ausgebaute Waben (möglichst mit Honigrest) fördern die Bautätigkeit. Sie erleichtern den Bienen den Aufstieg in den Honigraum und schaen Orientierung.

Wechselprinzip: Abwechselnd ein Rähmchen mit Anfangsstreifen, dann eine Lockkassette – das sorgt für gleichmäßigen Ausbau.

Vorbauen lassen: In starken Völkern oder Kunstschwärmen können Rähmchen gezielt vorgebaut werden, um später als Starter in anderen Völkern zu dienen.
Achte auf den richtigen Zeitpunkt: Ist die Volksentwicklung im Frühjahr (z. B. Ende April) noch nicht abgeschlossen, ist Geduld gefragt. Bienen priorisieren energisch günstige Alternativen – z. B. den Ausbau neben bereits ausgebauten Rähmchen. Ein zu früher Start führt oft dazu, dass die Taschen ignoriert werden.

Abfluchten – von oben starten mit Bienendruck

Ein bewährter Trick ist das „Abfluchten“: Man ersetzt gegen Ende der Frühtracht (z. B. Raps) einen gefüllten Honigraum durch einen Wabenhonigraum – idealerweise dann, wenn bereits viel Bienenmasse vorhanden ist. Die Bienen kommen so von oben, orientieren sich an den bestehenden Wabenstrukturen und beginnen mit dem Ausbau in den Rähmchen.
Vorteil: Die Taschen bieten  dann den nötigen Raum, der von vielen Arbeiterinnen gleichzeitig genutzt wird. Zudem sind Sommertrachten meist besser geeignet als kristallisationsfreudiger Raps – der Honig bleibt länger flüssig und eignet sich somit ideal für die Wabenhonigernte.

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